20. Jahrhundert

Der Beginn des 20. Jahrhunderts war in der Schützenbruderschaft durch das Deutsche Kaiserreich und den Nationalstaat sowie durch die Bindung zur Katholischen Kirche zur Pfarre St. Stephanus zu Hitdorf geprägt. Diese Bindung drückt äußerlich die Gestaltung der im Jahr 1913 geweihten und im Besitz der Schützenbruderschaft Hitdorf befindlichen Bruderschaftsfahne aus.

Durch den 1. Weltkrieg und seine Folgen ruhte die Bruderschaft bis zum Jahr 1924. Hoch motiviert gingen die Schützenbrüder danach zu werke. Die Schützenbruderschaft war 1925 Gründungsmitglied im „St.-Sebastianus-Schützenbund des unteren Kreises Solingen“, die Mitglieder bauten eines transportabler Schießstand „für Büchsen schweren Kalibers mit einer Schussbahn von 16 Metern“, der im Jahr 1926 auf dem heutigen Gelände „Im Frohental“ eingeweiht wurde und 1928 erfolgte Gründung der Jungschützenabteilung „zur Förderung der Jugend“.

Die Weltwirtschaftskrise und die Machtergreifung der N.S.D.A.P. hinterließen ihre Suren in der Schützenbruderschaft. So wurde der Vorstand am 31. März 1934 vom Bürgermeister Hitdorfs ohne Angabe von Gründen aufgefordert, sich aufzulösen. Dieser Aufforderung konnte sich der Vorstand zunächst durch ein Gerichtsurteil entziehen. In Folge des Urteils wurden Mitglieder der Schützenbruderschaft allerdings persönlich angegangen, ihre Mitgliedschaft zu beenden. Schließlich fand im Jahr 1935 das vorläufig letzte Schützenfest in Hitdorf statt. Danach ruhten die Aktivitäten der Schützenbruderschaft bis zur Wiederaufnahme im Jahr 1950 durch die Ausrichtung des Patronats- und des Schützenfestes.

In den 1950ziger Jahren gelang es der Schützenbruderschaft durch vielfältige Aktivitäten in der Öffentlichkeit, wieder Fuß zu fassen. Zu nennen sind hier die Ausrichtung des Bundesfestes des Bezirksverbandes Rhein-Wupper-Leverkusen im Bund der Historischen deutschen Schützenbruderschaften am 7. September 1952 , die Ausrichtung des Bezirksjungschützenfestes anlässlich des 25 jährigen Bestehens der Jungschützenabteilung im Jahr 1953 mit der Weihe der Jungschützen-Fahne, die Weihe der neuen Bruderschaftsfahne 1955 und die Fertigstellung eines neuen Hochstandes hinter der heutigen Stadthalle Hitdorf.

In den 1960ziger Jahren wurde das Traditionsschießen auf dem Hochstand durch die Ausübung des Sportschießens ergänzt. Den notwendigen Platz stellte die Pfarrgemeinde St. Stephanus im Pfarrheim zur Verfügung.

Erste nennenswerte, über den Bezirksverband reichende, schießsportliche Erfolge stellten sich in den 1970ziger Jahren ein. In dieser Zeit wurde auch das Schützenfest mit dem Ziel der besseren Einbindung der Bevölkerung neu gestaltet. 1972 erfolgte die Erweiterung der Jungschützenabteilung durch die Aufnahme von Schülerschützen. Die Ankündigung, dass sowohl der Hochstand als auch das Pfarrheim der Schützenbruderschaft bald nicht mehr zur Ausübung des Schießens zur Verfügung stehen werden, führte in der Mitte dieses Jahrzehntes zum Beginn der Überlegungen zum Bau eines eigenen Schützenhauses. Der hierfür erforderliche Grundstückserwerb erfolgte 1976. Die Planungsphase der Baumaßnahme erstreckte sich wegen des Zuschnitts des Grundstücks über fünf Jahre.

1981 wurde die Baugenehmigung erteilt und der erste Spatenstich erfolgte am 23. Juni 1982. Am 5 Mai 1984 wurde Richtfest gefeiert und während des Schützenfestes im Mai 1985 der neue Hochstand eingeweiht. Die endgültige Fertigstellung des Innenausbaus erstreckte sich wegen hoher finanzieller Belastungen und unter Erbringung erheblicher Eigenleistungen bis in die 1990ziger Jahre.

Am 25. Mai 1998 wurde die mittlerweile 48 Jahre alte Bruderschaftsfahne durch die Weihe einer neuen Fahne und die Angabe „gegr. vor 1400“ durch die Jahreszahl „1428“ ersetzt. In der Folge wurde auch der Vereinsname auf „St. Sebastianus Schützenbruderschaft Hitdorf 1428 e.V.“ geändert.

Quellen:

Archiv St. Sebastianus Schützenbruderschaft Hitdorf 1428 e.V.

Fritz Hinrichs: Hitdorf Chronik eines bergischen Hafens, Druck: Dr. Friedrich Middelhaufe GmbH, Opladen 1957

Fahne der Jungschützenabteilung im Zeitraum 1953 – 2018

Die im Jahr 1953 geweihte Fahne wurde mit gleicher Gestaltung im Jahr 1985 ersetzt.

Quelle:

Archiv St. Sebastianus Schützenbruderschaft Hitdorf 1428 e.V.

Die Bruderschaftsfahne von 1955 zeigt auf der Vorderseite den Heiligen Sebastian als Schutzpatron. Im Hintergrund ist als Heimatbezug der Rhein und als Verbindung zum christlichen Glauben die Pfarrkirche St. Stephanus Hitdorf ersichtlich.

Die Rückseite bildet das Logo des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften mit den Werten ab, für die die Mitglieder der Schützenbruderschaft eintreten.

Auf beiden Seiten befindet sich die Jahreszahl „1400“ als ursprünglicher Bezug zur Entstehung des Schützenwesens in Hitdorf

Quelle:

Archiv St. Sebastianus Schützenbruderschaft Hitdorf 1428 e.V.

In Kontinuität zur Bruderschaftsfahne von 1955 befindet sich auf der Vorderseite unser Schutzpatron, der Heilige Sebastian, im Hintergrund als Heimatbezug der Rhein und als Bezug zum christlichen Glauben die Kirche St. Stephanus Hitdorf. Der Ursprung des Schützenwesens in Hitdorf wird mit der Jahreszahl „1428“ angegeben.

Die Rückseite beschreibt die Werte, für die die Mitglieder der Schützenbruderschaft einstehen und als weiteren Heimatbezug das Wappen der ehemaligen Stadt Hitdorf.

Quelle:

St. Sebastianus Schützenbruderschaft Hitdorf 1428 e.V.